Freiburg (neas-press). Der symbolische Staffelstab war ein handgenähter Fußball aus dem Weltmeisterschaftsjahr 1954. Obenauf: Ein Fähnchen des Netzwerkes Europäischer Akademien des Sports (NEAS). Die Europäische Akademie des Sports Velen (eads) übernimmt ab dem 1. Januar 2010 den turnusgemäßen Vorsitz. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Europäische Sportakademie Land Brandenburg (ESAB) den Vorsitz inne. Die Übergabe erfolgte während einer Arbeitskonferenz beim gastgebenden Badischen Sportbund Freiburg (BSB).
„Wir nehmen den Ball gerne auf und werden hoffentlich in der zweijährigen Führungszeit so manchen Volltreffer landen“, sagten eads-Vize Ludger Triphaus und Matthias Fell, eads-Vorstand Finanzen.
Brandenburgs Geschäftsführer Manfred Wothe hatte in Freiburg auf zahlreiche Aktivitäten des NEAS hingewiesen. Einer der Schwerpunkte sei zweifellos im Juni in Potsdam die Großveranstaltung mit Teilnehmern aus zehn Ländern zum zehnjährigen Bestehen des Gremiums gewesen: „Partner in Europa – Partner für Europa“. Zahlreiche europäische Partnerorganisationen würden mit der NEAS zusammenarbeiten, ihr Knowhow in sportpolitischen Fragen abrufen wie zum Beispiel „unsere polnischen Freunde beim Topthema der nächsten Jahre“ (Wothe), dem nachhaltigen Sportstättenmanagement, oder Veranstaltungen gemeinsam organisieren.
Das Netzwerkforum im Frühjahr 2010 wird zum großen Zukunftsthema „Gesundheit“ entwickelt und in Velen stattfinden, berichtete das NEAS in einer Pressemitteilung. Auch auf europäischer Ebene nehme ein gesundes Leben gesellschaftspolitisch einen immer breiteren Raum ein, informierte eads-Akademieleiter Reinhardt te Uhle in Freiburg. Unterstützt werde das Forum vom Willibald-Gebhardt-Institut Essen, dessen Leiter Professor Dr. Roland Naul in Westdeutschland und den Niederlanden – mit der eads als Kooperationspartner – das mehrjährige Projekt „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ erfolgreich auf den Weg gebracht habe.
Zwei Partner scheiden aus dem Achter-Gremium zum Ende des Jahres aus: Die Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Sitz in Köln und die Sportakademie des Landessportbundes Thüringen. Gaby Freitag machte für die Führungs-Akademie geltend, dass sie national und nicht international ausgerichtet sei. Dies spreche nicht gegen die Arbeit der NEAS-Mitglieder. Ein informeller Gedankenaustausch solle weiterhin erfolgen.
Der Geschäftsführer des Badischen Sportbundes Freiburg, Matthias Krause, hatte mit LSB-Vize Jürgen Oser am Beispiel der „Trinationalen Metropolregion Oberrhein“ vorgestellt, wie länderübergreifende Zusammenarbeit – ganz im Sinne des Akademie-Netzwerkes – praktiziert werde. Die Region mit den drei Ländern Frankreich, Schweiz und Deutschland sei ein „Projekt für und mit den Bürgern“ und sei in einem wirtschaftlich stark aufgestellten Gebiet vergleichbar mit dem Bruttosozialprodukt von Finnland oder Irland. Zur Region gehören: sechs Millionen Einwohner, täglich 90 000 Grenzgänger, 167 000 Studenten, 167 Forschungseinrichtungen, 1817 Kommunen, fünf Großstädte von mehr als 200 000 Einwohnern (Straßburg, Freiburg, Basel, Karlsruhe, Mülhausen). Und mit 17,1 Millionen Übernachtungen ziehe das Gebiet mehr Touristen an als etwa Tirol (elf Millionen Übernachtungen).
Beim Empfang im Regierungspräsidium lobten Vize-Regierungspräsident Klemens Ficht und LSB-Vize Klaus Kokemüller die Arbeit des Netzwerkes: „So stellen wir uns übergreifende sportpolitische Arbeit von Sportorganisationen in Europa vor.“
www.eurosportakademien.de
Zum Thema NEAS:
Das Netzwerk der Europäischen Akademien des Sports (NEAS) besteht seit 1999. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, Europa mitzugestalten und den Integrationsprozess zu fördern. Es koordiniert und organisiert Begegnungen im europäischen Sport. Sechs deutsche Akademien und Bildungseinrichtungen bilden ab dem 1. Januar 2010 neu das NEAS: Badischer Sportbund Freiburg; Akademie des Sports im Landessportbund Niedersachsen, Hannover; Bildungswerk des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Malente; Europäische Sportakademie Land Brandenburg, Potsdam; Europäische Akademie des rheinland-pfälzischen Sports, Trier; Europäische Akademie des Sports, Velen. Der Vorsitz wechselt alle zwei Jahre. Ab dem 1. Januar 2010 ist Velen NEAS-Sprecher.




















