Vom 15. bis 18. Juni 2026 wurde die University of Jyväskylä in Finnland zum internationalen Treffpunkt der Sportsoziologie. Bei der Konferenz „Responsibilities and Responses of Sport in Contemporary Society 2026“ kamen Wissenschaftler:innen aus aller Welt zusammen. Veranstaltet wurde die Tagung von der European Association for Sociology of Sport und der International Sociology of Sport Association. Mit mehreren Beiträgen war auch die ESAB Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP) vertreten.
FHSMP präsentiert aktuelle Forschung in Finnland
Prof. Dr. Regina Roschmann und Prof. Dr. Sandy Adam präsentierten aktuelle Forschungsarbeiten zu zentralen Zukunftsfragen des Sports. Im Mittelpunkt standen Themen, die gesellschaftlich und wissenschaftlich an Bedeutung gewinnen: ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Beteiligung und institutionelle Rahmenbedingungen in Sportorganisationen.



Nachhaltigkeit im Sportverein im Blick der Forschung
Prof. Dr. Regina Roschmann stellte ihren Vortrag „Web Crawling the Green Image: An Analysis of Environmental Sustainability Communication on Sports Club Websites“ vor. Im Zentrum stand die Frage, wie Sportvereine auf ihren Webseiten über ökologische Nachhaltigkeit berichten. Untersucht wurde, welche Themen sichtbar werden, welche Schwerpunkte gesetzt werden und in welchen Formen Nachhaltigkeit kommuniziert wird. Auf dieser Grundlage entstand eine Systematik, die die Nachhaltigkeitskommunikation von Sportvereinen strukturiert beschreibt.
Partizipation junger Menschen in Sportvereinen
Darüber hinaus war Prof. Dr. Regina Roschmann an einem weiteren Konferenzbeitrag beteiligt. Gemeinsam mit Barbara Pögl von der TU Chemnitz und Ulrike Burrmann von der HU Berlin arbeitete sie am Thema „Participation fatigue among young people in sports clubs“. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Faktoren Partizipationsverdrossenheit junger Menschen in Sportvereinen begünstigen. Grundlage waren Daten aus zwei größeren Studien, die vergleichend ausgewertet wurden.
Governance und Mitbestimmung im Profifußball
Prof. Dr. Sandy Adam referierte zum Thema „Codetermination without engagement: Institutional barriers to participation in professional football clubs in Germany“. Der Beitrag nahm institutionelle Hürden in den Blick, die Beteiligung und Mitbestimmung in deutschen Profifußballvereinen erschweren. Die Diskussionen vor Ort machten deutlich, wie aktuell Fragen von Governance, Legitimität und demokratischer Teilhabe im Sport weiterhin sind.
Gerade diese Themen gewinnen auch im Sportmanagement an Bedeutung. Anforderungen an Transparenz, Good Governance, Compliance und nachhaltige Organisationsentwicklung gehören zu den zentralen Themenfeldern des Masterstudiengangs Sportmanagement – Profil Nachhaltigkeit.
Internationaler Austausch mit fachlicher Tiefe
Die Konferenz war auch über die einzelnen Panels hinaus ein bedeutendes Forum des internationalen wissenschaftlichen Austauschs. Mit mehreren hundert Vorträgen bot sie ein breites Spektrum an Perspektiven auf den Sport in der Gegenwartsgesellschaft. Für Prof. Dr. Sandy Adam war die Tagung zudem eine Reise zurück in die Vergangenheit: Sie fand an jener Universität statt, an der er 2009 seinen Masterabschluss erworben hat.
Die Forschung der FHSMP steht für ein Forschungsverständnis, das gesellschaftliche Entwicklungen im Sport nicht nur beobachtet, sondern aktiv aufgreift. Wer über Nachhaltigkeit, Teilhabe und Verantwortung im Sport spricht, muss diese Fragen auch wissenschaftlich fundiert bearbeiten. Mit ihren Beiträgen in Jyväskylä setzte die FHSMP sichtbare Impulse im internationalen Fachdiskurs.



