Potsdam: Fortschreibung des Integrierten Sportentwicklungsplans 2035
In der Landeshauptstadt Potsdam befindet sich die Fortschreibung des Integrierten Sportentwicklungsplans (ISEP) aktuell in einer zentralen Arbeitsphase. Ziel der Sportentwicklungsplanung ist es, das Sport- und Bewegungsverhalten der Potsdamer Bevölkerung umfassend zu analysieren, Entwicklungstrends sichtbar zu machen und daraus fundierte Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Sportlandschaft abzuleiten.
Mit der zweiten öffentlichen Informations- und Beteiligungsveranstaltung am 26. März 2026 startet die nächste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung. Im Fokus stehen dabei erste Ergebnisse aus der Bestands- und Bedarfsanalyse sowie der gemeinsame Austausch zu zukünftigen Entwicklungsoptionen für Sportstätten und Bewegungsräume in Potsdam. Bereits im Vorfeld wurden rund 7.000 Haushalte befragt. Ergänzend waren zahlreiche Institutionen – darunter Sportvereine, Schulen, Kitas, Jugendclubs und Senioreneinrichtungen – aktiv in den Prozess eingebunden.
Die Fortschreibung des ISEP erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO), einem An-Institut der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP). Aufbauend auf der zuletzt 2012 durchgeführten Sportentwicklungsuntersuchung reagiert der aktuelle Prozess auf veränderte demografische Rahmenbedingungen, neue Formen des Sporttreibens sowie steigende Anforderungen an eine bedarfsgerechte und nachhaltige Sportinfrastruktur. Der Abschluss der Sportentwicklungsplanung ist für die Zeit nach den Sommerferien 2026 vorgesehen.
Aktuelle INSPO‑Projekte: Sportentwicklungsplanung bundesweit
Parallel zur Sportentwicklungsplanung in Potsdam begleitet das INSPO seit Jahresbeginn 2026 zahlreiche Kommunen in unterschiedlichen Phasen ihrer Sportstätten- und Sportentwicklungsprozesse. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der systematischen Erfassung, Bewertung und Weiterentwicklung bestehender Sportinfrastrukturen als Grundlage für strategische kommunale Entscheidungen.
Im Landkreis Gotha haben im Februar 2026 die Begehungen der Sportstätten begonnen. Im Rahmen der Sportstättenentwicklungsplanung werden dort rund 300 Sportanlagen und Bäder erfasst, qualifiziert und digital dokumentiert. Die gewonnenen Daten bilden die Basis für eine differenzierte Analyse des Bestands sowie für die Ableitung zukünftiger Investitions- und Entwicklungsbedarfe.
Auch im Landkreis Hildburghausen starteten Anfang 2026 die Begehungen der gedeckten Sportanlagen. Bereits mehrere Sporthallen, Gymnastikräume und Sondersportanlagen wurden erfasst und dokumentiert. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur systematisch mit den Bedarfen der Bevölkerung sowie der organisierten Sportlandschaft abzugleichen.
In der Stadt Senftenberg begleitet das INSPO derzeit die Erstellung einer integrierten Sportstättenentwicklungskonzeption. Nach umfassenden empirischen Erhebungen unter Bürgerinnen und Bürgern, Sportvereinen und Schulen wurden im Februar 2026 erste Ergebnisse im Rahmen eines zweiten Workshops vorgestellt. Der Prozess verbindet quantitative Analysen mit dialogorientierten Beteiligungsformaten und verfolgt das Ziel, die Sport- und Bewegungslandschaft langfristig bedarfsgerecht, nachhaltig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
Wissenschaftlich fundiert, praxisnah qualifiziert
Allen Projekten des INSPO liegt ein integrierter Ansatz zugrunde, der Sportentwicklungsplanung als kommunale Querschnittsaufgabe versteht. Empirische Bestands- und Bedarfsanalysen, strukturierte Beteiligungsprozesse sowie die enge Verzahnung von Sport‑ und Stadtentwicklung bilden die Grundlage für belastbare Handlungsempfehlungen und strategische Steuerungsinstrumente für Kommunen.
Die in den Projekten gewonnenen Erkenntnisse fließen zugleich in Lehre und Qualifizierung ein. Insbesondere der Masterstudiengang Sportentwicklung und Sportstättenmanagement an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam greift aktuelle Praxisbeispiele aus der kommunalen Sportentwicklungsplanung auf und vermittelt fundierte Kompetenzen für die Planung, Steuerung und Weiterentwicklung von Sport‑ und Bewegungsräumen. Studierende profitieren dabei unmittelbar vom fachlichen Austausch mit dem INSPO sowie von laufenden Projekten aus der kommunalen Praxis. So entsteht eine enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Ausbildung und realen Herausforderungen der Sportentwicklung – mit dem Ziel, qualifizierte Fachkräfte für eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte Sportlandschaft auszubilden.



